Kreisstadt Echo Bad Neuenahr-Ahrweiler |
| Intensive Leuchtkraft auf Seide |
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| Die Künstlerin Jutta Eulenstein-Husdal erläutert ihr Werk ,,Männergespräche oder meine Frauen verstehen mich nicht". Foto: D. Fix |
| k12-5519 - Bad Neuenahr-Ahrweiler. Die in Berlin geborene, aber
schon seit längerer Zeit in Königsfeld bei Bonn beheimatete Künstlerin
Jutta Eulenstein-Husdal stellt nicht zum erstenmal in Bad Neuenahr ihre
Bilder aus. Bereits 1995 war sie mit einer Ausstellung in der Volksbank
vertreten, jetzt präsentierte sie ebenfalls dort ihre neuesten Arbeiten.
Fasziniert ist sie von der Seidenmalerei, zu der sie nach Ausbildung und Studien in Aquarell- und Pastelltechnik autodidaktisch gelangte und die sie nun seit über 18 Jahren vervoll kommnet. Bei der Seidenmalerei werden die Vorzeichnungen auf die in einen Rahmen straff gespannte Seide übertragen und mit der von ihr selbst erarbeiteten Technik, die sie nicht verraten will, mit Farben ausgestaltet. Durch Seide als Untergrund ergibt sich eine besonders intensive Leuchtkraft, die speziell in den Bildern zu finden ist, die wie kaleidoskopartig zersplitterndes Licht wirken: ,Karussell des Lebens", ,,Festspiele der Farben", ,,Babylon". Rund 40 Prozent der Bilder sind in Norwegen entstanden, erläuterte die Künstlerin, die mit ihrem norwegischen Ehemann jährlich mindestens vier Monate in Norwegen lebt. Die neueren Bilder sind somit ,,Ausbeute des norwegischen Sommers", dessen Naturfarben sie inspirieren. Eindrücke aus der dortigen Natur, Himmel, Erde und Wasser fließen in ihre Bilder ein: so hat sie die friedliche Waldlichtung in Norwegen so gesehen, die auf dem in Grüntönen strahlenden Bild ,,Im Park" wiedergegeben wird. In den Bildern kann man eigene Geschichten oder Märchen zu sehen glauben, sie geben Gedichte und Gefühle in Farbe wieder. Dabei gibt es kein spezielles Thema, Jutta Eulenstein-Husdal ,,bannt" alles auf Seide, was ihr Freude macht. Das reicht vom klassischen ,,Stilleben", der Präsentation von Obst auf einem Teller, über die Darstellung der Musikclowns ,,Pepe und Beppo" bis zur Tierwelt: zwei stolze eitle Gockel werden gezeigt mit dem Titel: ,,Männergespräche oder meine Frauen verstehen mich nicht". Durch eine Ausstellung von Speckstein-Skulpturen in Norwegen wurde sie dazu angeregt, selber mit diesem Material zu arbeiten; so entstanden die drei Speckstein-Werke ,,Paar", ,,Das geteilte Herz" und ,,Höhle-Nest-Geborgenheit", die die verschiedensten Äderungen aufweisen. Die Bildhauerei mit dem Material Speckstein wird die 59jährige Künstlerin in ihrem Atelier in Königsfeld auf jeden Fall weiterbetreiben, ohne darüber die Seidenmalerei zu vernachlässigen. 19 großformatige Seidenbilder sind neben den drei neuentstandenen Stein-Skulpturen zu den üblichen Öffnungszeiten in der Volksbank Bad Neuenahr zu sehen. Die Ausstellung wird bis zum 8.April dort gezeigt. - gd - Seitenanfang |
Stadtzeitung Bad Neuenahr-Ahrweiler 1998 Seitenanfang |
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| ga059. Große Formate, brillante Farben und technisches Können
machen die Ausstellung „Festspiele der Farben“ aus.
Zum 2. Mal nach 1995 ist Jutta Eulenstein-Husdal mit Seidenmalerei in der Volksbank Bad Neuenahr vertreten. Die Grundlagen der Malerei erlernte die in Königsfeld ansässige gebürtige Berlinerin bei verschiedenen Künstlern und durch ein zweijähriges Studium an der Kunstschule Zürich. Vor 15 Jahren gab sie die Pastellmalerei zugunsten der Seidenmalerei auf. Grund für die Wende war die "Leuchtkraft der Farben". Da Jutta Eulenstein-Husdal unter Kunst das "Sichtbarmachen mit Farbe" versteht, hatte sie ihr ideales Material gefunden. Autodidaktisch eignete sie sich die Seidenmaltechnik an und entwickelte sie seither beständig weiter. Zwischen abstrakt und gegenständlich möchte sich die 59jährige nicht festlegen. Sie bannt ebenso Blumen, Früchte und Tiere aufs schimmernde Textil wie mystisch angehauchte Waldeinsichten und freie Traumlandschaften. Durchgehendes Thema bleibt die Farbe. Ob sie im Gefieder des Hahnes prachtvoll leuchtet, im bildfüllenden Rot zweier Tulpen auflodert oder als Spektrum zerlegt in einem "Festspiele der Farben" getitelten Werk erscheint - die Farbe, so majestätisch, wie die Seidenmalerin sie in Szene setzt, dient weniger dem Gegenstand, als daß sie sich ihn zunutze macht, um in je verändertem Gewand aufs neue zu strahlen. Die Kraft vieler Bilder speist sie aus dem Kontrast von Blau und Rot. Bei "Auflösung" lassen sich unschwer Feuer und Eis, Glutflüssiges und Erstarrendes assoziieren. Weiteres auffälliges Merkmal der überwiegend erstmals gezeigten Exponate ist ihre Dynamik. "Im Strudel der Zeit" erscheinen zwischen tiefblauen Wellenbergen bunte zackige Gegenformen. Wer sich einsieht, verspürt ein Tosen und Schlingern von Urgewalten. Oder die Bewegung geht von einem Zentrum aus. In "Babylon" ist es das einem Kerngehäuse ähnelnde Gebilde, das kleine Figuren, Ballons und ornamentale Linien nach außen schleudert, um einer rasanten Auflösung entgegenzustreben. Mehr als alle anderen ist das "Karussell des Lebens" ein erzählendes Bild. In ihm bündelt sich die Lebensanschauung der Künstlerin. Eine große Blütenform verkörpert das Leben in seiner nicht endenden Verwandlung. Samen- oder Blattelemente entpuppen sich bei näherem Hinsehen buchstäblich als kleine Figur werdende Gestalten. Das Licht kommt von hinten, wie durch ein gelb angestrahltes Rollo. Leben und Wiedergeborenwerden im Zeichen der Metamorphose. Pflanze, Tier und Mensch nehmen je wechselnde Positionen im großen wunderbaren Kosmos ein. Immer wieder lassen sich analoge Erscheinungsformen in den Bildern ausmachen, so bei der bereits erwähnten Arbeit "Festspiele der Farben". Sie thematisiert die Schönheit spektraler Farbaufsplitterung weißen Lichts und weist zugleich eine große Ähnlichkeit mit den Dünnschliffen von Gesteinen auf, wie sie sich den Geologen unter dem Elektronenmikroskop zeigen. Seit einiger Zeit hat Jutta Eulenstein-Husdal neben ihrem Atelier in Königsfeld auch eines in Norwegen, wo sie die Sommermonate verbringt. Die Bilder der Bad Neuenahrer Ausstellung bezeichnet sie als „Ausbeute des vergangenen traumhaften norwegischen Sommers mit seinen phantastischen Farben“. Sie sind aber zudem auch Resultat einer fortschreitenden künstlerischen Auseinandersetzung mit der Natur und dem Menschen als Teil dieses Ganzen. Die Ausstellung ist bis 8. April zu sehen. |
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| Jutta Eulenstein-Husdal stellt ihre „Ausbeute des vergangenen traumhaften norwegischen Sommers mit seinem phantastischen Farben“ aus. Foto: Vollrath |
Rhein-Ahr Rundschau Samstag, 14. März 1998 Seitenanfang |
| Jutta Eulenstein-Husdal stellt in der Volksbank aus - Norwegische Einflüsse |
| Ungemein lebhafte Farben |
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| Phantasie und Kreavität prägen die ausdrücksstarken Bilder der Künstlerin Jutta Eulenstein-Husdal, die in der Volksbank zu sehen sind. Christoph Kniel (l.) betrachtet sie mit Interesse. Foto: Ostgathe |
| hp Bad Neuenahr. Die ungemein lebhaften Farben sind es, die das Grundthema
der Ausstellung ,,Festspiele der Farben" rechtfertigen. Jutta Eulenstein-Husdal
zeigt bis einschließlich 8. April in der Hauptgeschäftsstelle
der Volksbank Bad Neuenahr ihre überwiegend großformatigen Exponate
in der Seidenmaltechnik.
Phantasie und Kreativität prägen ihre ausdrucksstarken Bilder, harmonisch durchleuchtet in Farben und Formen, die sich in Stilleben, Gefühlen und Träumen genauso wiederfinden wie in ihren abstrakten Werken. In einer glutvoll aufsteigenden Farbskala - von leuchtendem Rot bis hin zum tiefsten Blau - hat sie diese Farben auf Seide festgehalten und mit Titeln wie ,,Mohn", ,,Tulpen", ,,Himmel und Erde" oder einfach nur ,,Stilleben" beachtenswerte und anschauliche Kunstwerke entstehen lassen. In all den hier ausgestellten Arbeiten verrät die Künstlerin nicht nur ihre Leidenschaft für das Medium Farbe, vielmehr ist es auch das eigenwillige Material, das diese so intensiv ,,aufsaugt" und in ihren Bildern so harmonisch darstellt, wenngleich auch hier und da ,,kühlere" Zwischentöne erkennbar sind. Die gebürtige Berlinerin, die seit langem schon im. Kreis Ahrweiler zu Hause ist, entdeckt ihre Liebe und Begeisterung für die Malerei auf Seide während einer Ausstellung über die Seidentechnik. Fasziniert von der Leuchtkraft der Seidenmalfarben begann sie zunächst als Autodidakt damit, Tüchern Kleidungsstücken oder Lampen einen neuen Anstrich zu geben, bevor sie sich mit der Bildmalerei auf Seide intensiv auseinandersetzte. Vor einigen Jahren hat sie ihre Liebe zu Norwegen entdeckt, einem Land, das bald auch sowas wie ihre zweite Heimat wurde. Angeregt und inspiriert durch die Leuchtkraft der norwegischen Naturfarben, dem Nuancenreichtum und der starken Intensität, schlagen sich diese Eindrücke auch in einem Teil ihrer Bilder nieder. Die Gallerie AK" im norwegischen Voss präsentierte vor zwei Jahren die Arbeiten der Künstlerin Jutta Eulenstein-Husdal mit großem Erfolg. Aber auch in den zahlreichen Ausstellungen der letzten Jahre präsentierte sich die Künstlerin mit ihren ausdrucksstarken Werken in verschiedenen Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Und ihr erklärtes Ziel mit ihrem ,,Festspiel der Farben" auch Norwegen zu erobern, dürfte zum Teil schon nähergerückt sein. |
Hildegard Ginzler. Foto: Hans-Jürgen Vollrath
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